Jedem Wanderer, der von Hessen in den Kahlgrund wandert, fällt die plötzliche Zunahme von Bildstöcken, Kapellen, Marterln und "Hellchen" ins Auge, sobald er die Landesgrenze überschreitet. Sie sind Zeichen einer tief verankerten Volkfsfrömmigkeit, die im katholischen Kahlgrund auf eine lange Tradition zurückblickt. Viele Jahrhunderte hatte dieser Landstrich katholische Landesherren. Große Teile des Kahlgrunds gehörten bis 1802 zum Kurfürstentum Mainz, der Landstrich nördlich der Kahl zwischen Krombach und Kahlquelle wurde von den Grafen von Schönborn verwaltet, einem Geschlecht, das viele geistige Würdenträger im Hochstift Würzburg und im Ersbistum Mainz stellte.
Vom Haltepunkt (0,0 km) der Kahlgrundbahn in Königshofen laufen wir auf dem Kahltal-Spessart-Radweg Richtung Schöllkrippen. Er bringt uns zum Wegweiser Flederichsmühle (1,3 km); Wenige Schritte vor dem Wegweiser verlassen wir den Radweg nach rechts, überqueren an der der Flederichsmühle auf einem Steg die Kahl und laufen auf einem Wiesenpfad zum Blankenbacher Ortsteil Erlenbach. Nach Überqueren der Staatsstraße gehen wir durch den Stadtweg, passieren die Gastwirtschaft Zur Senne (links) und stehen vor der Kapelle St. Martin. Der Name erinnert an den Stifter Martin Pfarr. Er ließ das Erlenbacher Kapellchen 1894 errichten. Die Glocke stammt sogar aus 1868. Am Fuß des Kapellenbergs steht an einem schönen Brunnen die Bronzeplastik "Marktweiber" des Dorfprozeltener Bildhauers Alexander Schwarz. Nach der Kapelle biegen wir nach rechts und folgen dem Radwegweiser "Feldkahl". Auf dem asphaltierten Sträßlein, dem Stadtweg, geht es stetig bergan auf die Höhe (3,3 km), wo wir auf einen Kammweg stoßen, der mit dem Wanderzeichen Schwarzes D als Degen-Weg markiert ist. Der Degen-Weg wird uns nach rechts wieder ins Kahltal zurückführen.
Zuvor sollten wir aber der 1991 erbauten Feldkahler Gedenkkapelle einen Besuch abstatten. Sie erinnert an 79 Männer aus Feldkahl, die aus den beiden Weltkriegen nicht mehr zurückgekehrt sind. Ein schöner und beruhigender Ort der Andacht und Stille. Von der Kapelle aus können wir in alle Himmelsrichtungen schauen - soweit das Auge reicht. Zurück zur Kreuzung biegen wir (von der Kapelle aus gesehen) nach links. Der Degen-Weg führt erst am Waldrand entlang, dann durch ein Wäldchen, an dessen Ende kurz nach dem Wegweiser Abzweigung Feldkahl (4,7 km) der Mömbriser Zeltplatz liegt. Durch Streuobstwiesen geht es auf dem Degen-Weg zur 1984 erbauten Feldkapelle Maria im Aufgang (5,1 km). Sie wurde von dem in Schimborn geborenen früheren Würzburger Weihbischof Helmut Bauer gestiftet. Das kleine Gotteshaus mit seinen fünf Bänken lädt in schöner Umgebung und bei viel Ruhe zum Gebet und zum Verweilen ein. Die Madonna stammt aus einem Gotteshaus in der Nähe von Würzburg. Wunderbare Aussicht auf Königshofen!
Mit Blick auf die alte und neue Kirche von Schimborn im Tal und den Glasberg mit Daxberg geht es steil bergab. Kurz vor Erreichen des Orts bietet eine Bank am Weg nochmals Gelegenheit, das Panorama in sich aufzunehmen. Die Staatsstraße überqueren wir (ungesichert) am Wegweiser Jägerwiese (5,9 km), von ihm geht es weiter geradeaus in die Kahlaue, wo wir erst die kahl und dann die Gleise der Kahlgrundbahn überqueren, bevor wir auf den Kahltal-Spessart-Radweg stoßen. Links oder rechts? Wenn man nach links auf den Radweg abbiegt, erreicht man nach 500 Metern den Bahnhof in Schimborn. Nach rechts geht es zurück nach Königshofen. Am Weg liegt das Ausflugslokal Hauhof. In Königshofen können wir dienstags und freitags in der Böhmerlandstraße 37 auf der rechten Straßenseite im Hofladen Langmaul des Ehepaares Grünewald gut schmeckende Apfel- und Zimt-Stückchen und Rosinenbrötchen kaufen. Dazu guter Kaffee - das schmeckt!